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Interview mit Axxis 2020

 

 

Axxis haben derzeit eine „only digital“ EP namens „Virus Of A Modern Time“ am Start (hier unser Review dazu), was für uns naheliegend Grund genug war, ein Interview mit der Band, hier vertreten durch Harry Oellers (Keyboard, neben Sänger Bernie einziges verbliebenes Gründungsmitglied und unten rechts im Bild) zu führen, nach den Hintergründen, dem aktuellen Stand und den, soweit möglichen, Zukunftsaussichten zu fragen.

 

Totentanz: Hi, wie geht’s euch so in dieser seltsamen Zeit?

 

Axxis: Das kann man noch gar nicht so genau sagen. Unser Leben hat sich von Heute auf Morgen komplett geändert. Da muss man sich erst mal neu sortieren. Sehr Indifferent auf jeden Fall.

 

TT: Ihr habt eine EP rausgebracht, die rein Digital erhältlich ist. Erzähl doch kurz was darüber.

 

A: Die Aufnahmen dazu sind bereits im Jahr 2005 entstanden, als wir mit dem schwäbischen Landestheater und dem Intendanten Walter Weyer zusammen die Musik zu dem Theaterstück „Prometheus Brain Projekt“ geschrieben haben. Die Songs wurden also nicht direkt für Axxis geschrieben sondern sind, vor Allem textlich, sehr an das Stück angelehnt.

 

TT: Warum eigentlich nur Digital?

 

A: CD Produktion und Transport sind zur Zeit nur mit Verzögerung machbar. Der Release war ja so erst mal gar nicht geplant. Dazu braucht es viel mehr Vorlauf. Das Material lag vor und passte so gut zu der momentanen Situation, da wollten wir keine Zeit verlieren.

 

TT: Ich finde, man hört den Songs an, dass sie älter sind. Nicht wegen des Sounds, sondern ehre, da Axxis im Laufe ihrer Zeit ein paar Mal den Stil etwas variiert haben und dies eher in die Power/Symphonic Metal Zeit passt als zur Hardrock Ausrichtung. In welche Richtung wird das kommende Album gehen, in dessen Aufnahmeprozess ihr ja gerade steckt?

 

A: Wir hatten ja gerade erst angefangen. Aber die Richtung der beiden letzten Alben „Retrolution“ und „Monster Hero“ wird im Großen und Ganzen beibehalten. Kann sein, dass es wieder ein paar mehr schnelle Songs gibt. Man muss aber wissen, dass wir ja immer so 20-25 neue Songs für ein neues Album schreiben und dann die vermeintlich besten dann ausgewählt werden. Oder auch die, die ganz gut zusammenpassen.

 

TT: Nochmal zur EP, warum wurden diese Lieder eigentlich nicht zur Entstehungszeit veröffentlicht?

 

A: Weil ehrlich gesagt immer andere Dinge dazwischenkamen, die am Ende wichtiger waren. Die Überlegung gab es immer wieder mal, aber dann brauch es auch die Zeit dazu. Die hatten wir einfach nicht. Zwischen Band – Tour - Studio- Label und Verlagsarbeit bleibt nicht mehr viel Platz für andere Dinge. Jetzt, i Zeiten einer Zwangspause, war das möglich.

 

TT: Denkt ihr nicht, dass einige es vielleicht etwas pietätlos finden könnten oder euch gar vorwerfen könnten, nur durch den Virus Aufmerksamkeit erhaschen zu wollen, was man durchaus zwiespältig sehen kann?

 

A: Ich sehe das eher als unseren Beitrag dazu. Andere Musiker geben Online Konzerte oder Sessions auf facebook z.B. um eine gewisse Solidarität zu zeigen. Ich glaube auch nicht, dass Axxis extra Aufmerksamkeit braucht in dieser Form;-)

 

TT: Wie hart trifft die Krise derzeit eine Band wie Axxis? Es ist ja nicht abzusehen, wie lange es noch so weiter geht und die Auftrittsverbote gelten, deswegen kann niemand etwas voraussagen, aber es gibt ja durchaus jetzt schon genügend Leute, die nach so kurzer Zeit arg gebeutelt sind.

 

A: Man muss wissen, dass Axxis ja eine Band ist, bei der die Musiker nicht noch einen anderen Job haben. Der Begriff professionell bedeutet ja nicht nur, dass einer/eine gut spielen kann, sondern dass er/sie den Lebensunterhalt davon bestreiten muss. Kurzarbeit gibt es im freischaffenden Bereich nicht. Deshalb sind wir davon natürlich erheblich betroffen und haben auch entsprechend schon staatliche Hilfe beantragt. Wenn nicht irgendwann wieder Konzerte gespielt werden, wird es eng.

 

TT: Gehen wir mal kurz ganz zurück in eure Anfangsphase. Ich wurde damals als Teeny hauptsächlich auf die Band aufmerksam, da im Plattenladen die Shape Single „Living In A World“ stand. Dann kaufte ich mir die Picture zum „Kingdom Of A Night“ Album und auch die Picture zur gleichnamigen Maxi. War diese Sache mit Shape und Picture eure Idee oder die des Labels? Jedenfalls, bei mir hat es funktioniert und ich wurde Fan der Band von Anfang an ;-)

 

A: Oh. Ganz weit in die Vergangenheit. Diese speziellen Editionen waren damals eine Idee der Plattenfirma. Unser Betreuer für das Marketing war zu der Zeit Wolfgang Funk, der ja später bei seinem eigenen Label z.B. Bands wie Guano Apes entdeckt hat.

 

TT: Bernie hatte vor einigen Jahren einen kleinen Videodreh über die Fressbuden auf dem Masters Of Rock gemacht, welcher richtig lustig rüberkam und soweit ich weiß, war nicht nur ich der Meinung. Wieso macht er sowas nicht öfter?

 

A: Macht er ja. Es gibt, wenn wir auf Tour sind, immer das Tourtagebuch. Er läuft dabei durch den jeweiligen Club oder Halle oder Backstage. Dabei kommt es dann auch oft zu dem komischsten Situationen.

 

TT: Was sind die nächsten Pläne? Wie gesagt, man kann ja eh nicht voraussehen was kommt, aber man muss ja irgendwie auch planen. Was habt ihr so vor?

 

A: Die komplette Planung für das laufende Jahr ist erst mal auf den Kopf gestellt. Konzerte und Festivals werden ins nächste Jahr verlegt, da wo sie schon abgesagt sind. Andere hoffen wahrscheinlich darauf, dass dieses Jahr doch noch was geht. Bernie und ich versuchen Songwriting auf die Ferne zu machen. Man muss sehr flexibel sein, da sich auch die Frage stellt, wer am Ende überhaupt noch da ist.

 

TT: Dann danke ich für das Interview und wünsch euch alles Gute!

 

A: Ich bedanke mich auch und bleibt Alle gesund!

 

(Röbin)

 

https://www.axxis.de/

 

 

 


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