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Krawallbrüder, Goldblade, The Suicide Kings (Frankfurt 2009)

Krawallbrüder, Goldblade, The Suicide Kings

30.11.09 - Frankfurt, Nachtleben

 

 

Auf Frankfurts Oi!-Gemeinde ist Verlaß. Statt sich sonntagabends vor dem Fernseher zu lümmeln und Lindenstraße zu gucken, erschien man lieber zahlreich im Nachtleben, um das Wochenende standesgemäß laut ausklingen zu lassen. Zwei mehr oder weniger unbekannte Bands und als Publikumsmagnet Saarlands Finest – keine Frage, da ging was.

 

 

images/live-pic/2012_10/SuicideKings.jpgThe Suicide Kings

 

Als ich den Ort des Geschehens betrat, rissen die Suicide Kings gerade das zweite Drittel ihres Sets an. Heimvorteil für die Band aus dem Frankfurter Raum, die ein paar Fans mitgebracht hatte, der Großteil des Publikums übte sich aber eher noch in Zurückhaltung. Akustisch gab’s eine Mischung aus Rock und Punk mit einem Schuß Metal, was insbesondere im angespielten Slayer-Cover „South of heaven“ zu Tage kam. Daß der Song dabei in „South of Hessen“ umgetauft wurde, zeugt nicht gerade von Kreativität, immerhin erlangte bereits eine andere Band (one D) mit diesem Slogan Weltruhm. War aber nicht schlecht, was die Suicide Kings da von sich gaben, ging ganz gut ab, etwas mehr Stageacting auf Instrumentalistenseite dürfte noch sein, denn außer dem komplett zutätowierten Sänger bewegte sich keiner so recht. Respektabel allemal.

 

 

Goldbladeimages/live-pic/2012_10/Goldblade.jpg

 

Goldblade gingen dann deutlich besser an mich – dem Alter der Musiker nach zu schließen hatten sie auch schon genügend Jahrzehnte Zeit, um Bühnenerfahrung zu sammeln. Also wurde von der ersten Sekunde an allerseits ordentlich Gas gegeben, gepost ohne Ende, die Gitarren geschwungen und um das Publikum gekämpft. Gelang auch ganz gut, immerhin ging der Sänger nahezu permanent auf Tuchfühlung mit den Fans, die Songs haben jede Menge eingängige Mitgröhlparts, so macht man aus einer eher lethargischen Masse einen zwar nicht tobenden aber doch recht bewegungsfreudigen Mob. Wären Goldblade aus Skandinavien und hätten sie zeitgleich mit den Backyard Babies und Gluecifer ihre Platte auf den Markt gehauen, das Rock Hard wäre ihnen zu Füßen gelegen und sie würden heute deutlich größere Clubs headlinen, als im Nachtleben den Vorturner zu machen. Aber was nicht ist kann ja noch werden, bei Goldblade ist noch einiges an Raum auf der Erfolgsleiter.

 

 

images/live-pic/2012_10/Krawallbrueder.jpgKrawallbrüder

 

Das Bild im Publikum änderte sich dann schlagartig, als nach einem viel zu langen Intro vier Krawallbrüder die Bühne betraten und mit „Gott mit uns“ ihren Set begannen. Jetzt wurde gemosht, was das Zeug hielt. Pascal war gut bei Stimme, die Band zeigte sich gut eingespielt und tight, die Performance war routiniert, ließ aber die notwendige Power nicht vermissen. Viel neues Zeug wurde geboten, man will ja auch die neue Scheibe bewerben, aber die größten Reaktionen ernteten natürlich die bewährten Klassiker. „Unsere Straßen“, „In dubio pro reo“, Auf uns“, „Die Fäuste hoch“…am meisten aber der eigentliche Hit der Band, das melancholisch-rauhe „Für uns zu spät“, wo auch der größte Prollskin die eine oder andere Träne schluckte. Die Krawallbrüder zeigten sich sehr ausdauernd und spielten powervoll auf, doch darin lag auch ein wenig das Manko des Gigs begründet: Fast zwei Stunden sind zwar ein echter Gegenwert fürs Geld aber auch entschieden zu lang, wenn man einen bewußt abwechslungsarmen Stil pflegt. Eine Stunde Oi! aus dem Saarland hätte vollauf genügt und bei mir hatten sich doch Ermüdungstendenzen eingestellt, als es mit „Bis in alle Ewigkeit“ endlich zu Ende ging. Jedoch muß erwähnt sein, daß sich ein guter Teil der Fans nicht beirren ließ und bis zu letzten Minute fleißig durchmoshte. Sei’s drum, gelohnt hatte sich der Besuch auf jeden Fall, von mir aus können die Krawallbrüder auf der nächsten Tour gerne wieder Station machen, und auch Goldblade mögen bitte erneut ihre Visitenkarte hinterlassen. Schöner Abend, schöne Action, auf ein andermal.

 

Bericht & Fotos: Till

 


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