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The ClosetThe Closet

(Capelight Pictures)

 

Ein neues Zuhause in einer ländlichen Umgebung am Stadtrand soll Sang-Won und seiner Tochter dabei helfen, den tragischen Unfalltod der Ehefrau und Mutter zu verarbeiten. Doch für Yi-Na scheint der Umzug nicht die erhoffte Verbesserung zu verheißen. Ganz im Gegenteil: Das Mädchen scheint immer sonderbarer zu werden, während Sang-Wons Zeit für die verbliebene Familie berufsbedingt noch geringer ausfällt als zuvor. Bis das Kind eines Tages spurlos verschwindet. Der Vater – kurzzeitig selbst ins Visier der Ermittler gerückt – nimmt in seiner Verzweiflung sogar die Dienste des eigenwilligen Exorzisten Kwang-bin Kim in Anspruch, welcher Yi-Na in einer Zwischenwelt wähnt, der sie nur mittels eines alten Rituals entrissen werden kann.

 

Langfilm-Debütant Kyeong Hoon gibt sich nicht sonderlich viel Mühe, seine Einflüsse zu verbergen. Der gesamte Handlungsverlauf dürfte Kennern westlicher oder asiatischer Exorzismus- und Geisterfilme hinlänglich bekannt vorkommen. Die mehr im Subtext mitschwingende Message von The Closet hingegen verleiht dem Film durchaus eine ordentliche Portion Eigenständigkeit. Der Zusammenhang zwischen beruflichem Leistungsdruck, speziell in asiatischen Ländern, und der Vernachlässigung von Kindern bis hin zur gesamtgesellschaftlichen Gefühlsunterkühlung, wird hier wunderbar in die Geschichte eingeflochten.

 

An der Oberfläche erweist sich The Closet dagegen als mehr oder weniger gut zusammengeklautes Geister-Vehikel, das allerdings handwerklich selbst höchsten Ansprüchen genügt. Wie stilsicher Kyeong Hoon hier Jump Scares und einzelne Gewaltspitzen in eine vor Atmosphäre nur so strotzende Inszenierung einbaut, ist schon aller Ehren wert. Der eindringliche Score und die hervorragenden Schauspieler – bemerkenswerterweise sind hierbei die Kinderdarsteller besonders hervorzuheben – tun ihr Übriges, um aus The Closet vielleicht keine Granate, aber doch ein kleines Bömbchen zu machen. Besonders das ultra-atmosphärische Finale auf einem Geister-Spielplatz hat es in sich.

 

Die Capelight-DVD liefert deutschen sowie koreanischen Ton und ein glasklares Bild, selbst in den zahlreichen dunklen Szenen. Neben dem Trailer haben es keine weiteren Extras in das schmuck gestaltete Keep Case geschafft.

 

(mosher)


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