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Der Weg Einer Freiheit - FinisterreDer Weg Einer Freiheit - Finisterre

(Season Of Mist)

Seit sie im Februar 2009 das gleißende Licht dieser Welt erblickten, stellt „Finisterre“ das vierte Album der, in der Szene anfangs nicht so recht anerkannten, bajuwarischen Black Metaller DER WEG EINER FREIHEIT dar. Das sollte sich doch sicherlich ändern lassen, auch wenn die unterfränkischen Schwarzmaler dieses Mal lediglich fünf neue Tracks auf ihr neuestes und deutlich raueres Werk gepackt haben, von denen „Skepsis Part I“ die Tradition der, für die Band so wichtigen Verarbeitung von Instrumentals fortführt. In einer dafür aber ganz beachtlichen Gesamtrotationszeit von 45:31 Minuten, kämpft sich die Würzburger Klangchimäre durch ihren facettenreichen, atmosphärischen und modern interpretierten, in der Hauptsache mit Blastbeatsalven, schwerlastigem, ausladendem, aber durchaus melodischen Permariffing und garstigem, zumeist langgezogenen Black Metal Kreischgesang mit deutschem Textgewand ausstaffiertem, traditionell und erdig gehaltenen Extrem Metal.

Photo Credit: Sophia WeißbergDER WEG EINER FREIHEIT halten - und das meine ich in absolut positivem Sinne - an der vergleichsweise dreckigen, ursprünglichen Soundinterpretation des Genres fest, verarbeiten diese aber doch vergleichsweise homogen (die technischen Errungenschaften machen es möglich oder gar unausweichlich). Die enormen Lauflängen der einzelnen Tracks von 05:05 bis 13:49 Minuten ermöglichen den einzelnen Songs natürlich auch die ein oder anderen epischen und ruhigeren Passagen, die stets sehr nah am Tod vorbeischrammen und einen feuchtkalten modrigen Eindruck hinterlassen. Die alarmierenden, zerstörerischen, mit tiefschwarzem Metall legierten schranzig schartigen Gitarrenklangdimensionen von Sänger und Gitarrist Nikita Kamprad und dem zweiten Gitarristen Sascha Rissling, wie auch die dystopische Highspeed-Knüppelorgie von Tobias Schuler entfesseln intensiv inszenierte Wände aus Stahl und Eisen. Auch in den mittleren Geschwindigkeitsbereichen fällt Schulers‘ niveauvolles Schlagzeugspiel immer wieder positiv auf.
 
Photo Credit: Sophia WeißbergDer Titeltrack und Rausschmeißer „Finisterre“ fällt hier ein ganz klein wenig aus der Reihe, wartet er in seiner extremen Immobilität doch mit treibender Dynamik und vergleichsweise zugänglicher Refrainarbeit auf. Aber keine Angst, auch dieser Track ist von mächtiger Brachialgewalt erfüllt und geht, bis auf die etwa zweiminütige Erholungspassage in düstermelancholischem Klangkorsett, keinerlei Kompromisse ein. Progressivere Elemente erinnern mich hierbei ein klein wenig an ANDRAS, die aggressiveren und straighteren Passagen hingegen an ENDSTILLE. Nicht zuletzt in den ruhigeren Passagen treten gewisse Ambient Anleihen deutlich hervor, die immer wieder von der harschen und rauen Urgewalt der Unterfranken unterjocht und verdrängt wird. Für die Aufnahmen und den finalen Mix zeigte sich der freiberufliche Toningenieur und Produzent Nikita Kamprad in den Nürnberger Ghost City Recordings, für das Mastering hingegen Philipp Welsing im Hamburger Original Mastering verantwortlich.

(Janko)

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Hier ein paar Tracks zum neuen Album:

Skepsis Part I:
https://www.youtube.com/embed/IVtsmi6hxh0?ecver=1

Skepsis Part II:
https://www.youtube.com/embed/1knk7R-s3gg?ecver=1
 
Aufbruch:
https://www.youtube.com/watch?v=lxzxAghTcz8


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