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SECOND TO SUN - LeviathanSECOND TO SUN - Leviathan
(Eigenproduktion)

Dynamischer, bisweilen auch deftiger Ambient Black Metal aus russischen Landen, wird uns von den extrem Metal Häretikern SECOND TO SUN auf ihrer achten Schwarzwurzel geboten. Bereits der Vorgänger "Legacy" wusste durch seine melancholische Post-Black basierte Attitüde zu überzeugen und bestach mit einer immer wieder durchdringenden groovigen bis brachialen Ausrichtung. In der enormen soundtechnische Dichte, die auch "Leviathan" wieder zu bieten hat, können Gitarrist, Programmer und Songwirter Vladimir Lehtinen, sowie Bassist Max "Maxim" Sysoev ihre progressive Ader aufs extremste ausleben. Auch das frostkalte, kraftvoll erzürnte und nach vorne peitschende Black Metal Gekreisch von Frontkeifer Gleb Sysoev, das selbiger generell in der russischen Heimatsprache der Band vorträgt, fügt sich perfekt in die ausgewogenen Klangkosmen ein.

 

So ist der Eröffnungssong "Eerie" ein derber Atmospheric Black Metal Song geworden, der nach kurzem Intro mächtig aufdreht, hin und wieder mal am Gashahn dreht und in den schnelleren Passagen durchaus hektisch bis dramatisch werden kann. Ansonsten steuern die russischen Schwarzmaler aus Sankt Petersburg, wie beim darauffolgenden langsamen und drückenden Stück "Marsch der Wölfe" auch immer mal wieder Ruhepole an, um zum Träumen und Eintauchen in andere Hemisphären einzuladen und die atmosphärisch eindringliche, klangtechnische Fülle von "Leviathan" nachhaltig zu entzerren. Die 3rd Wave Black Metaller SECOND TO SUN arbeiten aber auch gerne mal mit melodischen Soundlayers oder elektronischen Samples, um zusätzlich Atmosphäre zu erwirken. Das Quartett bedient sich innerhalb seines facettenreichen, musikalischen Fundaments überwiegend der jüngeren skandinavischen Schiene, wobei mich die, mit Blastbeats bestückte, treibende Nummer "The Emperor in Hell", nicht zuletzt aufgrund ihrer folkloristischen Einsprengsel und des Gesangs ein wenig an neuere ANDRAS Alben erinnert. SECOND TO SUNNeben dem Opener sind es gerade die beiden aufeinanderfolgenden, bockstarken Black Metal Biester "I Psychoanalyze My Ghosts" mit seiner stahlkalten Gefühlswelt, sowie das laute, extreme und bedrohliche, phasenweise gar ins Chaotische abdriftend "Shaitan", die mich von Anfang an zu überzeugen wussten.


"Leviathan" ist erneut ein starkes und treibendes Social Decay Black Metal Album geworden, das inklusive des verzichtbaren Soundlayer/Gekreischs "The Engraving of Gustave Doré" (auch wenn es zu Dorés Stichen und Illustrationen passen mag), sowie dem kurzen Interludium "Black Death, Spirits and Werewolves" neun charismatische Inszenierungen mit überwiegend tief blickender Aura beinhaltet, die es auf eine Gesamtspieldauer von immerhin 49:17 Minuten bringen. Ich muss aber auch zugeben, dass die Qualität des dargebrachten Materials in der zweiten Hälfte des achten SECOND TO SUN Werks, nicht zuletzt aufgrund der vorgenannten Ausfälle, leider etwas nachlässt. Thematisch befassen sich die 2011 gegründeten Workaholics, die noch immer von keinem großen Label gesignt wurden (vielleicht wollen sie das auch gar nicht), mit Mystik, Mythologie, Okkultismus, Geschichte und sozialem Verfall. Wie schon bei den beiden Vorgängeralben "The Walk" (2018) und "Legacy" (2019) wird auch zu "Leviathan" eine Instrumental Edition erscheinen. Dieser Output ist für den 16.11.2020 angepeilt (exakt ein Jahr nach Erscheinen der "Legacy" - Instrumental Edition). "If you do not think about the future, you cannot have one. Praise Shaitan!" - Vladimir Lehtinen, Mastermind of Second To Sun


(Janko)

www.secondtosun.net

www.facebook.com/secondtosun

 

 

Hier checkt ihr das Drum Playthrough zu "I Psychoanalyze My Ghosts":

https://youtu.be/u-Wn-FltsBc


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