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Orden Ogan, Rhapsody of Fire, Unleash The Archers – Langen

Orden Ogan, Rhapsody of Fire, Unleash The Archers – Langen 16.10.2017

 

Orden Ogan haben es mit ihrem neuen, saustarken Album (Review hier ) verdientermaßen geschafft und können ihre eigene Headliner Show fahren. Mit im Gepäck hat die Truppe die einstigen Überflieger und Vorreiter von Rhapsody Of Fire. Das ist dann die Konstellation, bei der Keyboarder Alex das einzige Gründungsmitglied ist, während sein einstiger Partner Luca unter Luca Turillis Rhapsody weitermacht, aber auch irgendwie in der Urbesetzung, aber eben ohne Alex am Keyboard auf Tour geht. Leicht verwirrend.
Verwirrt war leider auch der Schreiber dieser Zeilen, der nicht nur zu spät anrückte, sondern auch mal in die falsche Richtung lief, weswegen Unleash The Archers schon bei eintreffen am Ort des Geschehens fertig waren. Laut Ohrenzeugen soll das Ganze ok gewesen sein, jedoch sei Frontdame Brittney etwas sehr schrill gewesen.


Wie auch immer, Rhapsody Of Fire stellten nun ihren neuen Sänger Giacomo live vor, der mit „Legendary Years“ erstmals auf Platte vorgestellt wurde, indem alte Songklassiker neu eingespielt wurden. (Review hier).
Live klang das Ganze mit einem Best Of Programm der ganzen Alben sehr gut. Natürlich funktioniert der Sound von Rhapsody nicht, indem nur fünf Live Musiker dort stehen. Das Keyboard kann eben kein Orchester ersetzen und fette Chöre kriegt man so natürlich auch nicht hin. Allerdings hätte man sich gerade bei den Backings etwas mehr Mühe geben können und zumindest so tun, als ob die Musiker auf der Bühne diese mitsingen. Was natürlich nicht machbar ist, wenn dort noch nicht mal Mikros stehen. An der Performance hätte es nichts geändert, denn da blieb jeder fest auf seinem eingenommenen Platz stehen, einzig Basser Alessandro wagte sich zum Schluss dann doch mal noch auf die andere Bühnenseite. Giacomo gestikulierte der Musik entsprechend dramatisch, suchte vergeblich Blickkontakt zu seinen Mitmusikern und wirkte stimmlich sehr souverän, aber durch die fehlnde Interaktion auch etwas unsicher.


Das klingt jetzt alles sehr schlimm, war es aber im Endeffekt gar nicht, denn bei Songs wie „Dawn Of Victory“, dem überraschenden und Christopher Lee gewidmeten „The Magic Of The Wizard’s Dream“, „Holy Thunderforce“ oder dem abschließenden „Emerald Sword“ geht dem Symphonic Metaller natürlich immer noch das Herz auf. Also spieltechnisch geil, Bühnenshow gut ausbaufähig.

 

Das sah dann beim Headliner schon anders aus. Flankierende Knarren, Zombiecowboys mit strahlenden Augen und beweglichem Kopf im Hintergrund, stylisch in Westernklamotten gehüllte Musiker die agil am Bühnenrand, in der Mitte und in wechselnder Position auch abseits der Musik Action boten. Irritation gab es zunächst, da nach dem Intro der neuen Scheibe „Gunman“ eben nicht der Titelsong folgte (erst an vierter Stelle), sondern „To New Shores Of Sadness“ erklang. Das tat der Stimmung aber keine Abbruch, denn während bei Rhapsody nur im mittleren Pulk und vereinzelt beim Rest die Fäuste gereckt wurden, so zog jetzt der Rest des Publikums ebenfalls ordentlich mit und gab ordentlich Lautstärke auf Ansage von sich.


An sich boten Orden Ogan einen richtig guten Querschnitt ihrer Alben und stellten mit fünf Songs auch wie es sich gehört das neue Album in den Fokus. Nach persönlichem Geschmack hätte ruhig die komplette Scheibe gespielt werden können, ohne die Qualität der anderen Songs dadurch schmälern zu wollen. Aber wie im Review schon geschrieben steht dieses Album für mich eben an der Spitze der Veröffentlichungen 2017. Aber natürlich sind auch „F.E.V.E.R.“, „Here At The End Of The World“ oder das abschließende „The Things We Believe In“ mit der raisenden Fist of Fate geile Songs die auch live zu gefallen wissen.


Die Zugabe aber wurde von „We Are Pirates“ eingeläutet, dem Song, der der Band wohl einen ordentlichen Aufschwung verpasste. Auch wenn dieser Song immer noch Spaß macht, so steht er doch eher im sonst melancholischen angehauchten Songmaterial etwas abseits. Mit diesem Titel kann man die Band jedenfalls 2017 nicht mehr gut identifizieren, was aber auch zeigt, dass hier keinerlei unnötige Vergleiche mit sonstigen Größen mehr notwendig sind, sondern Orden Ogan ihren eigenen Stil gefunden und etabliert haben.
Scheibe des Jahres, ein geiles Konzert, eine oft ausgebuchte Headliner Tour, die Band ist auf jeden Fall sau stark im Rennen und könnte wirklich richtig groß werden, wenn der Fleiß und die Qualität auf diesem Niveau bleiben. Und es wäre verdient.
Alle Fists of Fate nach oben für Orden Ogan.

 

 

 

(Röbin)

 

http://www.ordenogan.de/

http://www.rhapsodyoffire.com/

http://www.unleashthearchers.com/

http://www.neue-stadthalle-langen.de/


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