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BlutgletscherBlutgletscher

(Koch Media)

 

In den Alpen entdeckt ein Forscherteam, welches sich mit dem Klimawechsel beschäftigt, einen blutroten Gletscher. Im Inneren stoßen sie auf eine neuartige Kreatur – ein Mix aus Fuchs und Käfer. Als sie das Wesen untersuchen, kommt es zu einem grausigen Zwischenfall und das Team wird plötzlich mit schrecklichen, mutierten Tieren konfrontiert.

 


So richtig weg waren Monster im Film nie. Sie begleiten uns schon von Anbeginn des Kinos. Sie faszinieren uns, ängstigen uns, amüsieren uns, lassen uns staunen und erweitern unsere Sinne. Aus sämtlichen Ländern zeigen sie uns ihre Fratzen und bringen gerne ihren kulturellen Ursprung mit oder stehen für ihre Zeit. Dominierende Länder sind sicher Japan und die USA. Besonders in den letzten Jahren wüten sie gerne wieder in Kinos. Auch wenn größtenteils Handmade-Modelle durch sterile CGI-Kreaturen ausgetauscht werden, so tut das ihrer Ausstrahlung oft keinen Abbruch. Leider ist natürlich die Erwartungshaltung über die Jahre gestiegen und man versucht immer noch einen drauf zusetzten, was oft dann doch in die Hose geht. Aber plötzlich kommt ein Land um die Ecke, was scheinbar mal so eben alles verändern will und es tatsächlich auch noch schafft (ich habe es im Urin, da kommt noch mehr). Es geht um Österreich, das Land der Berge und der frischen Luft. Und auch wenn hier keine Wagenladung der Innovationen abgekippt wird, so fasziniert "Blutgletscher" gleich auf mehreren Ebenen.


Was direkt ins Auge sticht, ist die unfassbar schöne Bergwelt unsere Nachbarn. Die eisigen Höhen der groben Felsmassive werden hier sehr ansehnlich von Kameramann Moritz Schultheiß eingefangen und veredeln den Film bereits von der ersten Minute an. Auch schafft der passende Score von Marco Dreckkötter und Stefan Will eine unheimliche Atmosphäre, was heute auch leider nicht mehr selbstverständlich ist. Ein leichtes Déjà-vu setzt ein, wenn man das Forscherteam in der Bergkulisse sieht. Hier kommt einem direkt Howard Hawks und Christian Nybys "Das Ding aus einer anderen Welt" ("The Thing", 1951), aber noch mehr John Carpenters Remake aus dem Jahr 1982 in den Sinn. Das stößt dem ein oder anderen vielleicht für ein paar Momente sauer auf, aber da sollte man sich nicht direkt beirren lassen.


Positiv fällt auch die Besetzung auf. Besonders Gerhard Liebmann ("Das Finstere Tal", 2014) als ruppiger Janek weiß zu gefallen. Aber auch der Rest der Darsteller kann sich sehen lassen und wirft ein sehr positives Licht auf die Österreicher. Die teils sehr dramatischen und spannenden Szenen werden sehr gut von den Darstellern getragen. Vor den oft so stereotypen Amis muss sich hier wirklich keiner verstecken.


Wenn das Forscherteam dann vor dem Titel gebenden Blutgletscher steht, wird die Spannungsschraube gleich weiter angezogen. Auch hier stimmt die Optik des blutroten Gletschers und er passt sich toll der umgebenden Bergkulisse an.


Wenn es dann ins Innere des Gletschers geht, werden wir mit der ersten Kreatur konfrontiert, die sicher einige Zuschauer an den bereits erwähnten "The Thing" denken lassen – besonders in Kombination mit Janeks Hund.


Ab jetzt geht es ans Eingemachte und Regisseur Marvin Kren ("Rammbock") verschwendet hier keine Zeit. Der ganze Film ist derart kurzweilig inszeniert, dass man nur staunen kann. Kren versteht es perfekt keine Langeweile aufkommen zu lassen.


Staunen lassen einen aber auch die Kreaturen, denn diese sind wirklich hervorragend und sie kommen NICHT aus dem Computer. Aber das ist noch nicht alles, denn sie sind auch teilweise ziemlich grausig und sehr phantasievoll gestaltet. Ein kleiner Nachteil ist vielleicht die schnelle Art der Inszenierung wenn sie angreifen, doch das tut dem Ganzen keinen Abbruch, denn man ist sowieso schon geblendet von dem Wunder, überhaupt solche Monster mal wieder zu entdecken und dann noch in einem österreichischen Film. Wunder gibt es immer wieder.

Zusammengefasst kann man hier wirklich von einer ganz großen europäischen Horrorfilm-Überraschung sprechen, die tatsächlich vor Kurzem auch den Sprung in die USA geschafft hat. Auch wenn die Thematik etwas angestaubt ist, so sollte man sich diesen Monster-Horror mit Öko-Einschlag nicht entgehen lassen.

Die Blu-Ray von Koch Media besticht mit einem tollen HD-Bild und einem ebenso überzeugenden Sound. Unbedingt erwähnenswert sei hier das Creature Feature (knapp 12 Min.) im Bonusmaterial, was einen großartigen Einblick in die Welt der Kreaturen ermöglicht. Hier kann man sich in aller Ruhe die absolut phantasievollen Mutanten angucken. Zusätzlich gibt es den deutschen und auch englischen Trailer, sowie zu 3 weiteren Filmen. Absolute Kaufempfehlung.


(Bjoern Candidus)


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