Blackbox - Reviews from the vndergrovnd Vol.III

 

 

Da ist es wieder, euer satanisches Trvffelschwein, und wieder hat es abwegige und abgründige Scheiben ausgegraben, die auf euren Plattenteller oder mindestens in eure Blackify-Playlist gehören. Besonders tief musste ich übrigens gar nicht buddeln, da der Label-Mittelstand teilweise recht achtbar geliefert hat. Es muss eben nicht immer totaler Untergrund (sorry, Vntergrvnd), handnummerierte Unikate von anonymen blutbesudelten Waldbewohnern und rauschige Kassetten aus der Audio-Vorhölle sein, manchmal reicht es auch völlig, wenn die Musik berauschend ist.

 

 

Necrowretch –Swords of Daijjal

(Season of Mist)

Der vehement kreischende Sänger war immer schon eine absolute Naturgewalt. Jetzt hat endlich auch die Instrumentierung – in Ermangelung von Retro-Death-Allgemeinplätzen – Durchschlagskraft. Und das nicht zu knapp. Die Franzosen klingen deutlich schwärzer, dringlicher und inspirierter als zuvor. Das Intensitätsbarometer schlägt ganz oben an und einen Hauch Finesse hat das brachiale Songmaterial dennoch. Wer Necro sagt, muss ab sofort nicht unbedingt phobic sagen.

 

Höreindrücke bitte hier einholen! https://necrowretch.bandcamp.com/album/swords-of-dajjal

 

 

 

They came from visions –The twilight robes

(Eisenwald)

Kauzfolkiger ukrainischer Black Metal mit WITTR-Einschlag und einem Hauch Agalloch-Zurückgenommenheit, abwechslungsreicher, fesselnder und mitunter schriller als Drudkh. Dabei so beseelt, dass es einem (auch aufgrund der schwierigen Herkunft) klamm in der Brust wird. Man mag das Bühnen(Bienen?)-Outfit belächeln, aber musikalisch ist das hier samt und sonders beeindruckend. Sollte selbst Ukraine-Fan Putin kaufen, am besten die Special Edition mit Kontaktgift.

 

So klingt die Vision! https://theycamefromvisions.bandcamp.com/album/the-twilight-robes

 

 

 

Misotheist – Vessels by which the devil is made flesh

(Terratur possession)

 

Wer Enevelde kennt (wozu dringend zu raten ist) weiß, wo bei Misotheist stimmlich der Hase läuft. Hier geht mit den ersten kreatürlich skandierten Worten der Höllenschlund auf und so schnell dann auch nicht mehr zu. Drei perfide konstruierte, gar nicht mal ultrabrutale oder überkomplexe Kompositionen später ist die Messe gelesen und der Kaufknopf gedrückt. Terratur Deibelei vom Feinsten! Auch wenn zugegebenermaßen der Vorgänger noch einen Ticken unfassbarer war.

 

Misonthrophen lauschen hier rein! https://terraturpossessions.bandcamp.com/album/vessels-by-which-the-devil-is-made-flesh

 

 

Above Aurora – Myriad Woes

(War Anthem)

 

Die mir bislang unbekannten Polen Haben sicher schon mal Mgla gehört, geben sich Melodie und Monotonie aber deutlich weniger exzessiv hin. Ergebnis ist ein sehr unterkühltes, wenig gefälliges Album, das durch abgeklärtes Songwriting und diese typische Krakauer Tristesse überzeugt. Braucht aber vielleicht ein paar Anläufe, weil Above Aura sich hier und da recht zäh geben und sich z.B. mit Sprachsamples im ansonsten formidablen Opener, wiederholt das Leben schwer machen. Schaffen sie aber nicht, denn dafür ist das Songmaterial zu zwingend.

 

Hier der Beweis! https://aboveaurora.bandcamp.com/album/myriad-woes

 

(Chris)

 


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